Heute möchten wir euch das Surf Office in Gran Canaria vorstellen. Wer von zu Hause bzw. von überall arbeiten kann und trotzdem gelegentlich Lust auf soziale Kontakte hat, der sollte sich das Konzept des Coworking einmal ansehen. Im Prinzip teilt ihr euch dabei ein Büro mit anderen, meist am Computer vor sich hinarbeitenden Menschen.

Genauso erging es uns Anfang des Jahres, während wir die Gründung einer neuen Firma vorbereiteten. Warum in der Freizeit nur im Internet surfen, wenn wir es mal auf echten Wellen probieren könnten? Und grade im Winter ist es auch sehr reizvoll, dem kalten dunklen Deutschland mal für eine Weile zu entfliehen. So kamen wir nach Las Palmas Gran Canaria ins Surf Office.

Las Palmas Strandpromenade

Las Palmas Strandpromenade

Das Surf Office ist ein Coworking Space auf Gran Canaria mit angeschlossenen Apartments. Pro Nacht bezahlt ihr 50 € für das Einzelzimmer und 40 € für ein Bett im Doppelzimmer. Die Apartments befinden sich in unterschiedlichen Wohnanlagen, getrennt vom eigentlichen Surf Office. Von sämtlichen Wohnungen aus ist der Strand innerhalb von 1-2 Minuten zu Fuß zu erreichen. Die Ausstattung der Apartments ist recht minimalistisch, Lampe, Bett und Schrank. Aber mehr braucht man eigentlich auch nicht.

Blick aufs Meer vom Appartmentgebäude aus

Blick aufs Meer vom Appartmentgebäude aus

Besonders am Surf Office sind jedoch sein Charme und die spannenden Leute. Es ist inspirierend andere Denkweisen und Lebenswege zu erfahren. Genau das war es auch, was wir uns in erster Linie vom Coworking versprachen. Bei unserem Trip waren vom Pick-Up-Artist/Autor, über den klassischen Nerd bis hin zur Studentin die ihre Abschluss Arbeit verfasste, eine bunte Mischung an Leuten vor Ort.

Den Tagesablauf gestalteten alle recht unterschiedlich, während einige ernsthaft ihren Fokus auf die Arbeit legten, gab es auch einige, deren Prioritäten eher beim Surfen oder der Abendgestaltung lagen. Trotzdem gab es auch regelmäßig organisierte gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge mit der Gruppe z.B. zum Karneval oder Inselausflüge.

Beim surfen

Beim surfen

Spätestens zum Essen oder Surfen kam man dann auch wieder zusammen. Für den kleinen Hunger zwischendurch liegt direkt an der Wohnanlage das Café Mumbai. Ein kleines gemütliches Cafe, mit gratis WLAN und tollen Sandwiches, das gelegentlich dann Abends auch mal zur Bühne für spanische Live Musik wurde.  Ansonsten sind in der Näher viele kleinere Läden angesiedelt, bei denen man sich sein Mittag besorgen kann. Darüber hinaus gibt es 3 Minuten zu Fuß entfernt ein riesiges Shoppingcenter „Las Arenas“, wo ihr alles für den täglichen Bedarf bekommt. Falls ihr mit dem Taxi unterwegs seid und ebenfalls Probleme mit den Straßennamen habt, lasst euch immer dahinfahren. Wenn man Shopping mag, ist das sicherlich ein tolles und mehrfach ausgezeichnetes Einkaufscenter. Für die Shopping Muffel unter uns sind die Highlights die obere Etage mit einigen guten Restaurants und die Elektro Scooter mit denen man durch den Supermarkt fahren kann.

Innenstadt Las Palmas

Innenstadt Las Palmas

Sehr zu empfehlen ist das Restaurant „Zum frohen Hahn“ an der Promenade. Man läuft eine Weile bis dahin, aber das Filet Stroganoff ist richtig lecker. Ein etwas älterer Herr bereitet es frisch in der Mitte des Lokals zu. Generell waren die Restaurants dort sehr gemischt von der Qualität, wenn man sich aber ein wenig auf sein Bauchgefühl verlässt, guckt wo andere Gäste mit gutem Essen sitzen und auf den Umgang der Kellner achtet gibt es durchaus tolle Restaurants.

Die Einheimischen sind absolut liebenswert. Sie sprechen zwar kaum Englisch, aber irgendwie funktioniert die Verständigung auch mit Händen und Füßen. Und wenn man dann noch ein paar Brocken Spanisch spricht, so wird man mit offenen Armen empfangen. Touristen sind in der Gegend von Las Palmas so gut wie keine anzutreffen. Und das obwohl es sich um die Stadt mit dem besten Klima der Welt handelt und die Lage toll ist. Wenn ihr mal keine Lust auf Arbeiten habt, so schnappt euch euer Surfboard und reitet die Wellen. Langeweile kommt bei diesem windigen Abschnitt von Gran Canaria mit Sicherheit nicht auf (passt auf die kleinen Blauen Quallen auf, die sind fies). Überhaupt, vergesst nicht, eine wind- und regenabweisende dünne Jacke einzupacken. Ihr würdet es sonst schnell bereuen. Das Wetter ist relativ unberechenbar. Wenn ihr zwischendurch einen beständigen Sonnenschein vermisst, dann setzt euch in den Bus und fahrt 1h Richtung Süden/Playa del Ingles und ihr habt perfekte 27 Grad und Sonne.

Falls ihr vor habt, in Playa del Ingles abzusteigen, würden wir euch davon eher abraten. Vieles dort hat geschlossen, wirkt verfallen und wenig einladend.

Einkaufscenter "Cita" in Playa del Ingles

Kopftanke Autor „rom“ im Untergrund des Einkaufscenter „Cita“ in Playa del Ingles

Was geblieben ist, sind die aggressiven Ansprecher welche penetrant versuchen euch in irgendwelche Clubs reinzuziehen. Dieses Erlebnis kann man sich wirklich sparen. Was aber wiederum sehr empfehlenswert ist, ist ein Ausflug in die Berge z.B. zum Rock Nublo. Von dort oben hat man eine atemberaubend schöne Kulisse und sieht, wie der Norden wolkenverhangen daliegt und der Süden in der Sonne schmort.

Rock Nublo

Rock Nublo

Aber zurück zur Arbeit und dem Coworking im Surf Office. Das Surf Office ist ein Platz wo man sich voll und ganz auf seine Arbeit konzentrieren kann. Das Büro ist gut ausgestattet, schnelles stabiles Internet, eine Kaffeemaschine und ein Sofa für die Pausen zwischendurch. Zweitmonitore und Arbeitsplätze sind auch vorhanden. Für ein ansprechendes Rahmenprogramm ist immer gesorgt. Und wenn ihr mal den Kopf freibekommen wollt, so steigt auf die Fahrräder oder das Skateboard des Surf Office, fahrt die Promenade entlang und lasst euch den Wind um die Nase wehen.

Wenn ihr zeitlich, plus/minus zwei Tage, flexibel seid, dann findet ihr auch wenige Tage vor Abflug noch sehr günstige Flüge nach Las Palmas. Die Flugzeit liegt bei ca. vier bis fünf Stunden. Vor allem TuiFly und Norwegian Airlines fliegen die Insel von viele Städten Deutschlands aus an. Bei letzterer Fluggesellschaft habt ihr ein kostenloses und wirklich gut funktionierendes(!) WLAN während des Fluges. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Flugzeit eine Oase der Abgeschiedenheit war. Da es an Bord keine Verpflegung gibt, packt euch einfach ein paar Sandwiches ein. Am Flughafen angekommen, könnt ihr entweder ein Taxi für ca. 35 bis 40 € nehmen oder den Bus für ca. 3 €. Google Maps kennt den Weg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vom Flughafen rein nach Las Palmas. Oder aber ihr lasst euch vom Surf Office für ca. 25 bis 30 € von einem Fahrer abholen. Innerhalb von Las Palmas sind Taxifahrten für deutsche Verhältnisse sehr preiswert. Bei einer Strecke für die man in Deutschland gefühlt 20 € bezahlt, legt man dort gerade mal 7 oder 8 € in die Hand des Taxifahrers. Nachtzuschläge oder ähnliches gibt es nicht. Lasst euch nicht übers Ohr hauen 😉

Gran Canaria - Berglandschaften

Gran Canaria – Berglandschaften

Die Preise auf der Insel sind für Deutsche eher niedrig. Für einen ordentlichen Einkauf bezahlt man glatt die Hälfte weniger als auf dem Festland. Das Weggehen und die Restaurantbesuche liegen auch noch im Rahmen, im Schnitt ist alles etwas günstiger als in Deutschland. Man muss dabei aber auch bedenken, dass die lokale Bevölkerung mit ca. 700 € als Monatsgehalt auskommen muss.

Wenn ihr die Möglichkeit habt im Februar/März auf Gran Canaria zu sein, so verpasst nicht die super Karnevalpartys. Die Saison beginnt zunächst im Norden, in Las Palmas, bevor sie anschließend im Süden in Playa del Ingles weitergeht. Touristen sucht man auf diesen Festen fast vergeblich. Auch mit Englisch kommt man nicht wirklich weit. Das einzige was zählt ist die Sprache des Rhythmus und des Reggaetons (https://www.youtube.com/watch?v=sIqvsHtPcwU) . Dieser Tanz ist eine ganz große Sache auf Gran Canaria.

Eine der Karnevalspartys in Las Palmas, tausende Leute ziehen sich weiß an und bewerfen sich mit Babypuder

Eine der Karnevalspartys in Las Palmas, tausende Leute ziehen sich weiß an und bewerfen sich mit Babypuder

Fazit

Immer wieder gerne! Für längere Zeiten oder wenn ihr höhere Ansprüche an die Wohnung habt, ist es auch möglich nur das Büro des Surf Office zu nutzen und über Airbnb oder Couchsurfing sich einen Schlafplatz zu organisieren. Unsere dringende Empfehlung ist es, wenigstens ein bisschen Spanisch zu lernen, wenn man vorhat, in die nicht touristischen Gegenden aufzubrechen.