Ein vorbeikommender Geschäftsmann geht zu ihm und  fragt, ob er denn keine Arbeit habe?

Der Mann antwortet, das er Fischer sei. Er fährt jeden Morgen mit dem Boot hinaus, fängt Fisch, verkauft diesen dann Mittags auf dem Markt und den Rest des Tages hat er dann frei.

Der Geschäftsmann überlegt kurz und schlägt vor: Wenn du den Nachmittag auch fischen würdest, könntest du mindestens die doppelte Menge an Fisch fangen. Du könntest mehr verkaufen und dir irgendwann ein größeres Boot holen. Mit dem größeren Boot könntest du noch viel mehr Fisch fangen, du könntest Leute einstellen, welche dir helfen, den  Fisch zu fangen.

Du könntest ein zweites Boot irgendwann hinzukaufen. Der Geschäftsmann kommt bereits ins träumen und überlegt sich immer neue Ideen, weiter zu  wachsen.

Der Fischer hört aufmerksam zu, und in einer kurzen Redepause fragt er den Geschäftsmann, warum er dies denn alles auf sich nehmen solle? Verwundert antwortet dieser: Na wenn du irgendwann mehrere Boote hast und genug Fisch fängst, kannst du weniger arbeiten, tun was immer du liebst und dein Leben genießen.

Der Fischer entgegnet nur: Aber genau das tue ich doch jetzt  schon.

In den Nachrichten,  der Politik und der  Wirtschaft gibt es oft nur ein Thema: Wachstum, immer mehr, schneller, weiter und höher hinaus. Auch im privaten Bereich hat Wachstum den Fokus vieler übernommen. Immer mehr besitzen, größere Wohnung,  schnelleres Auto, zweites Auto, exotischere Urlaube, mehr Facebook Freunde und Twitter Follower. Wir wollen mehr erleben, mehr sehen, mehr schaffen.

 

Die Balance aus Arbeit und Leben

Work-Life Balance, irgendwie so ein Unwort, für mich klingt das immer so, als ob die Arbeit keine Lebenszeit wäre. Als ob man Arbeit und Leben trennen könnte. Bei vielen wirkt das auch so. Ohne viel nachzudenken, die Woche über arbeiten, um dann am Wochenende dem Arbeitsalltag zu entfliehen.

Einige für den Traum einer Rente, einige für die nächste Sache die sie kaufen  können,  andere weil “man es ja muss”.  Es gibt aber nur das eine Leben und ob du es mit einer ungeliebten Arbeit oder anderen Dingen füllst, liegt bei dir.  Und zu diesem Standard Satz, man “muss ja arbeiten um Geld zu verdienen”, kann ich nur sagen, nein du musst nicht arbeiten. Ganz ehrlich hier in Deutschland muss eigentlich niemand arbeiten. Du kannst einen Antrag stellen und erhälst alles vom Amt. Das wird vielleicht nicht für den schönen Urlaub reichen, aber das ist ja ein anderes Thema. Wenn du den willst, dann ist es eine bewusste Entscheidung, dass du auch arbeiten willst. Das ist ganz wichtig, raus aus dieser Opferrolle, hin zu Selbstverantwortung für dich und dein Leben, aber dazu mehr im Newsletter. Du  bist dafür verantwortlich und entscheidest dich bewusst dafür zu arbeiten, weil du dir halt mehr Dinge leisten können willst.

Aber zurück zu der Moral von unser Geschichte.

Ein gefüllter Terminkalender macht noch kein erfülltes Leben aus. Was ist ein Leben Wert ohne Genuss der schönen Dinge? Ich las in einem Interview mit Elon Musk das dieser 100h pro Woche arbeitet. Es klingt zunächst nach einem Widerspruch zur obigen Geschichte, jedoch muss es das nicht sein, wenn einem die Arbeit so wichtig ist und man in  ihr aufgeht. Und es ist faszinierend zu sehen, was jemand mit so viel Einsatz erreichen kann, von Elektroautos, über Hyperloop bis hin zu Reisen ins Weltraum und einer Marsmission.

Hier den besten Weg zu finden, um den Arbeitsalltag in sein Leben zu integrieren ist schwer. Wir allen wollen gerne etwas im Leben erreichen, aber wir sollten auch immer darauf achten, zu welchem Preis wir das tun. Wenn sich jemand in einem gehassten Job 70h die Woche kaputt arbeitet und das Karriere nennt,  stimmt da etwas nicht. Also finde heraus, was  für dich persönlich wichtig ist. Definiere es und dann hinterfrage nochmal was du dafür wirklich tun willst.

 

Die anderen Arten zu wachsen

Es gibt auch noch andere Arten zu wachsen. Statt 100 oberflächlicher  Kontakte, ist es viel wertvoller eine handvoll echter Beziehungen zu haben. Nicht die Anzahl entscheidet, sondern die Intensität. Dinge zu intensivieren ist eine schönere Art zu wachsen. Statt in der ersten Beziehungskrise die Flirt App anzuwerfen und weiterzusuchen, solltest du lernen die Probleme zu lösen und dich mehr auf andere dir wichtige Menschen einzulassen. Die Beziehungen zu intensivieren. Die Augenblicke die uns begeistern ebenfalls intensiver wahrzunehmen. Statt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hetzen, um schnell mal den  Selfie Stick hochzuhalten, oder beim Konzert auf  den 5” Smartphone Bildschirn zu starren, damit wir was Neues haben, was wir posten können, sollten wir auch die schönen Augenblicke im Leben versuchen intensiver wahrzunehmen.

Neben der Intensität, kannst du auch in deiner Persönlichkeit wachsen.

Was für ein Mensch wärst du gerne? Was würdest du gerne können? Jemand der ehrlich, verlässlich, treu ist? Jemand der keine Angst hat? Mutig? Gebildeter? Würdest du gerne Kochen können? Tanzen lernen? Webseiten erstellen?

Welche Ideale oder Fähigkeiten du auch immer du anstrebst, Wachstum im Inneren ist  erstrebenswerter als Wachstum im Äußeren und dieses Wachstum wirst du auch in der nächsten  Wirtschaftskrise nicht verlieren. Deine Persönlichkeit, deine Bildung und dein Charakter sind deine besten Investitionen. Du könntest noch heute einen Online Kurs bei Udemy belegen und deine Fähigkeiten erweitern.

Das waren nur zwei Beispiele von vielen, um zu verdeutlichen, das man nicht nur materiell wachsen kann. Wahre Größe kommt von Innen.

 

Der direkte Weg zum Ziel

Viele Wege führen ja bekanntlich nach Rom und genauso kann man auf viele Arten ankommen. Die meisten würden wohl sagen, dass derjenige, der einfach zu Fuß losgeht, verrückt ist. Aber ist derjenige wirklich viel langsamer, als jemand der mit dem Auto fährt? Auch wenn man all die Zeit bedenkt, die er vielleicht benötigt, um das Auto erst zu verdienen?

Oft suchen wir förmlich nach Gründen oder Dingen die uns noch zum Glück fehlen. Oftmals ist der direkte Weg zum Glück aber der kürzeste und manchmal, wenn wir mit der Suche aufhören, erkennen wir vielleicht das wir bereits da sind.